Anarchie 3.0

Warum das anarchische Organisationsprinzip erfolgreich ist

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Nicht bitter werden!

20. April 2011 · 2 Kommentare

Nicht bitter werden! Der Mensch  ist nicht gut und nicht böse, er  folgt dem Gesetz des geringsten Widerstandes. Je nachdem die Verhältnisse sind, benimmt er sich anständig oder unanständig; Macht wird immer mißbraucht: darum soll man nicht versuchen, die Menschen zu bessern, sondern soll die Verhältnisse ändern, soll Macht ausrotten. Und das ist möglich. Es muß und wird immer Führerschaft geben, aber  es hat  in  vielleicht hunderttausend  Jahren menschlicher Geschichte  keine Herrschaft gegeben; die gibt es erst seit etwa fünftausend Jahren, und die wird es sicherlich keine fünfhundert Jahre mehr geben. Also: nicht bitter werden!

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Anarchism Reloaded oder Anarchy Alive?

27. Mai 2010 · 1 Kommentar

Buchbesprechung:

Uri Gordon, der Autor von "Hier und Jetzt. Anarchistische Praxis und Theorie" (2010)
„Die Proteste gegen den Weltwährungsfonds und die Weltbank in Prag lagen gerade hinter uns, die frische antikapitalistische Brise war überall spürbar, und ich war begierig, dabei zu sein. Ich hatte in Israel an Friedens- und Umwelt-Aktionen teilgenommen und Marx, Marcuse und Kropotkin gelesen. Und nun ging ich zu einem Treffen mit Aktivistinnen und Aktivisten, die aus Prag zurückgekehrt waren. Wenige Wochen später organisierten wir eine Demo vor einem Vorlesungssaal in Oxford, wo der ehemalige Chef des IWF, Michel Camdessus, geehrt wurde. Bald war ich mehr mit Aktivismus als mit Studieren beschäftigt. Ich beteiligte mich immer intensiver an alternativen Globalisierungsnetzwerken und an dem, was Aktivistinnen und Aktivisten verächtlich als »Gipfel-Hopping« bezeichnen. Ich wurde in Nizza mit Tränengas traktiert, in London eingekesselt und entkam in Genua nur knapp einer ziemlich üblen Prügelei. Nach dem 11. September 2001 entstanden die Antikriegsbewegungen, und allmählich grenzten sich die Reformer immer deutlicher von den Revolutionären ab. Zu dieser Zeit etwa wurde mir auch klar, dass ich mein Studium keineswegs vernachlässigte. Ich konnte meinen Aktivismus einfach als Feldstudien deklarieren und meine akademische Arbeit so ausrichten, dass sie für Aktivistinnen und Aktivisten nützlich sein würde. Dabei ist dieses Buch herausgekommen.“

So beschreibt der israelische Anarchist Uri Gordon die „Geburtsstunde“ seines 2008 veröffentlichten Buches „Anarchy Alive! Anti-authoritarian Politics from Practice to Theory“, das 2010 in der Edition Nautilus in deutscher Übersetzung unter dem Titel: „Hier und Jetzt. Anarchistische Praxis und Theorie“ erschienen ist. Gordon war im Oktober 2000 nach Europa gekommen, um in Oxford seine Dissertation ursprünglich über Umweltethik zu schreiben. Daraus wurde erst einmal nichts aus den eingangs von ihm selbst erwähnten Gründen.  Seine in der Bewegung der radikalen „Globalisierungskritiker“ gemachten Erfahrungen hat Gordon in seinem Buch über die zeitgenössische anarchistische Politik verarbeitet.

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Keine Macht für Niemand

11. Februar 2010 · Keine Kommentare

Zur Erinnerung an die friedliche Revolution in der DDR 1989/90

Ostberlin, 4. November 1989. Mehr als eine halbe Million Menschen demonstrieren auf dem Alexanderplatz gegen das SED-Regime für Meinungs-, Versammlungs- und Reisefreiheit. Es ist die größte frei organisierte Massendemonstration, die die Deutsche Demokratische Republik jemals erlebt hat, und sie markiert ihren historischen Wendepunkt.

Das Machtgefüge der SED-Diktatur, in der die Macht der Mächtigen auf der Ohnmacht der Ohnmächtigen beruhte, war im Herbst 1989 aus dem Lot geraten. Immer mehr Menschen waren das erniedrigende Schweigen und Dulden leid und leisteten mit friedlichen Mitteln Widerstand. Dem hatte das politische System, das mehr als vier Jahrzehnte lang das Leben seiner Bürger kontrolliert und reglementiert hatte, nichts mehr entgegenzusetzen. Von da ab ging es für das SED-Regime nur noch abwärts. Genaugenommen implodierte es, sein Herrschaftsapparat brach einfach in sich zusammen. Das war seltsam und in der jüngeren Geschichte Europas ein bis dahin einzigartiges Phänomen. Niemand war mehr da, der die Macht mit aller Macht verteidigen wollte und noch seltsamer war: Niemand mehr wollte die Macht haben, eine Zeitlang zumindest schien es so.

Keine Macht für Niemand! Die Losung der Anarchisten aus Weimar

Eine Gruppe von Anarchisten aus Weimar auf der historischen Demo vom 4. November 1989. © Günter Blutke, Berlin 2009

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Let’s Wiki!

7. Februar 2009 · Keine Kommentare

Web 2.0 wird zumeist mit „Mitmach-Internet“ übersetzt. Das ist nicht falsch. Aber diese Interpretation des Web 2.0 greift beim Wiki-Prinzip zu kurz. Denn Wikis sind weit mehr als bloße Mitmach-Einrichtungen. Ihr eigentliches Potential ist es, dass sie Freiräume für die selbstorganisierte Zusammenarbeit von Menschen bieten. Wikis sind Labore, in denen neue Formen der Organisation von Arbeit und Wissen erprobt und gestaltet werden.

Der Wiki-Wiki-Schnellbus in Honolulu
Der Wiki-Wiki-Schnellbus in Honolulu und Namensgeber des Wiki-Prinzips

Das erste echte Wiki, das WikiWikiWeb, wurde am 25. März 1995 von dem US-amerikanischen Softwareentwickler Ward Cunningham ins Internet gestellt. Cunningham benannte das Konzept der„schnellen“ Webseiten, die von jedem Besucher verändert werden können, nach dem Schnellbus „Wiki-Wiki“ auf dem hawaiianischen Flughafen Honululu.

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Die Propheten — Eine paradoxe Geschichte

28. Mai 2008 · 1 Kommentar

In der Geschichte der Menschheit hat es immer wieder Propheten und andere messianische Gestalten gegeben, die in Krisen- und Umbruchzeiten die Herrschaft erlangten und dem politischen Systemwechsel den Weg geebnet haben. Max Weber zufolge besitzt der Prophet folgende besondere Qualifikationen, um Notlagen zu meistern:

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Orchester ohne Dirigent

25. Mai 2008 · 3 Kommentare

Das Orpheus Chamber Orchestra in New York ist nicht nur Musikliebhabern, sondern auch Wirtschaftswissenschaftlern ein Begriff. In einem normalen Orchester gibt allein der Dirigent den Ton an. Die Kreativität der einzelnen Musiker wird nicht gebraucht, sie müssen vielmehr das ausführen, was der Mensch mit dem Taktstock sich vorstellt. Im Orpheus Chamber Orchestra hat kein Dirigent irgendetwas zu sagen – das Orchester hat ihn schlichtweg abgeschafft. Dafür ist die Meinung jeder Cellistin und jedes Hornbläsers gefragt.

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Hallo Welt!

25. Mai 2008 · 2 Kommentare

Willkommen im Blog des Forschungs- und Publikationsprojektes Anarchie 3.0. Der Begriff „Anarchie 3.0“ wird für die anarchoiden (d.h. hier: mutualistischen und dezentralistischen) Tendenzen verwendet, wie wir sie seit einigen Jahren verstärkt in Wirtschaft und Gesellschaft beobachten können. [Mehr →]

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